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Donnerstag, 31. Januar 2013

Unterpleichfelder Feuerwehrhaus kommt ins Gewerbegebiet

Unterpleichfeld, Lkr. Würzburg - Über Jahre hinweg haben die Gemeinde Unterpleichfeld sowie die örtliche und überörtliche Freiwillige Feuerwehr miteinander wegen ihres Feuerwehrhauses gerungen. Nun steht es endgültig fest. Ein neues Domizil wird gebaut. Aber das Feuerwehrhaus kommt nicht ins geplante Dorfzentrum in der Nähe der Pleichachschule und der Mehrzweckhalle, sondern ins Gewerbegebiet Spielleite am Ortsausgang Richtung Estenfeld.
Die Feuerwehr jubelt über die Entscheidung, die in einem langen Samstags-Workshop ausdiskutiert und in einem kurzen Beschluss im Gemeinderat mit 8:5 Stimmen bestätigt wurde. „Der Standort in der Spielleite wurde von Anfang an von uns favorisiert“, ist Kommandant Michael Schyroki „sehr erfreut“. In seinem Denken wurde er von Kreisbrandrat Heinz Geißler und der zuständigen Feuerwehrführung im Inspektionsbereich Nord/Ost unterstützt.

Schon vor mehr als drei Jahren haben sich die Beteiligten darauf geeinigt, dass das jetzige, 1986 gebaute Feuerwehrhaus, gravierende Mängel aufzeigt und „für einen reibungslosen Feuerwehralltag nicht mehr geeignet ist“. Eine nötige Generalsanierung und Vergrößerung des Hauses sei nicht wirtschaftlich.
Als Hauptprobleme gelten Gebäudeschäden, die mangelnde Anzahl an Stellplätzen, Unfallverhütungsvorschriften und „schlichtweg die Größe“. Dabei geht es nicht nur um Platz für Ausstattung mit einem Löschgruppenfahrzeug LF 16/12, einem Mehrzweckfahrzeug und einem Kommandowagen. Auch die rund 70 Aktiven, die First-Responder-Gruppe und der jugendliche Nachwuchs benötigen ein ordentliches Umfeld.

Im Sommer 2009, als der Neubau beschlossen wurde, hatte die Gemeinde drei Möglichkeiten in Betracht gezogen: Abriss und Neubau an der alten Stelle in der Gartenstraße und somit weiterhin im Siedlungsgebiet. Neubau im Gewerbegebiet, so wie es nun entschieden wurde. Oder Neubau auf dem freien Platz zwischen den Ortsteilen Burggrumbach und Unterpleichfeld zur Schaffung eines neuen Ortszentrums. Mit 13:1 Stimmen entschied sich der Gemeinde im Juli 2009 für den Standort „Mehrzweckhalle“.

Im Gegensatz zu heute jubelte damals Bürgermeister Fredy Arnold. Eine „historische Entscheidung“ war das für ihn gewesen und die „große Mehrheit der Stimmen“ hat ihn beflügelt, das Dorfzentrum voran zu treiben. Damit sollten langfristig die Ortsteile zusammen wachsen. Nach diesem „Startschuss“ sollte die infrastrukturelle Versorgung verbessert werden. Das neue Feuerwehrhaus, kleine Geschäfte und Dienstleister und eine Senioreneinrichtung sollten in einem „schlüssigen Konzept“ miteinander harmonieren.
Aber das neue Dorfzentrum entwickelte sich nicht nach Wunsch. Es stellte sich heraus, dass die freie Fläche an der Mehrzweckhalle zu knapp werden könnte. Vor allem die AWO bittet mit wirtschaftlichen Argumenten um immer mehr Platz für ein mögliches Seniorenwohnheim.

Zwar liegt den Unterpleichfeldern eine Senioreneinrichtung nach wie vor am Herzen und Bürgermeister Arnold hat auch „eine verbindliche Zusage der AWO“. Aber das Heim ist nur eines der Puzzleteile des neuen Dorfzentrums. Den Traum von einer schönen Ortsmitte als Stätte der Begegnung, den möchte Arnold und andere Befürworter nicht aufgeben.

In der Zwischenzeit wird aber die Zeit eng für die Feuerwehr. Immer lauter wurden die Stimmen, den Gemeinderatsbeschluss vom Sommer 2009 zu revidieren. In den Gemeinderatssitzungen kam das Thema mehrmals auf. Schließlich stimmte Bürgermeister Arnold einem Workshop mit ausgiebiger Diskussionsmöglichkeit zu, bei dem das Für und Wider der Standortfrage des Feuerwehrhauses ausgiebig erörtert wurde.

Der nun beschlossene Standort in der Spielleite sichert nach Ansicht der Feuerwehrler aufgrund seiner Nähe zur B 19 und der Autobahn-Anschlussstelle Estenfeld hervorragende An- und Abfahrtsmöglichkeiten ins Dorf, zu den Nachbarorten und zu Einsätzen auf der A 7. Kommandant Schyroki ist überzeugt, dass dadurch alle Einsatzstellen besser erreicht werden können. Außerdem sei der Standort zum Schutz der Bevölkerung vor Lärm „bei Einsätzen und Übungen im Gewerbegebiet ein geringeres Problem als am Alternativstandort Dorfzentrum.“

„Ich persönlich hätte eine andere Entscheidung begrüßt, um endlich mit dem Dorfzentrum beginnen zu können“, trauert Bürgermeister Arnold. Aber es gehöre „zu den demokratischen Spielregeln, dass die Mehrheit entscheidet.“

Kommandant Schyroki drängt nun auf zeitnahe Planung und Umsetzung des Neubaus. „Die Zustände im jetzigen Feuerwehrhaus sind nicht mehr tragbar, das Platzangebot ist mehr als gering“, macht er Druck. Auch die Heizöfen würden nach und nach ihren Dienst versagen. Wie das Vorhaben finanziell gestemmt werden kann, müssen die Gemeinderäte nun in ihren Haushaltsplanungen klären.

Bild: Eine lange Mängelliste hat bewiesen, dass das bisherige Feuerwehrhaus in Unterpleichfeld nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren ist. Die Entscheidung für einen Neubau ist schon vor gut drei Jahren beschlossen worden. Jetzt ist endlich die Standortfrage geklärt.

Bericht & Foto: Irene Konrad (Main-Post)